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VR-Modell3D-Ganzkörper-ModellDas Labor für Virtuelle Realität ist Schnittstelle verschiedener Projektgruppen am IfADo. Unser Labor umfasst verschiedene Projektionssysteme und Interaktionsgeräte aus diesem Bereich, beispielsweise Head-Mounted Displays und Geräte zur Vermittlung einer haptischen Rückmeldung. Zudem steht ein so genannter Ganzkörper-Scanner zur Verfügung, mit dem VR-Darstellungen von Arbeitssystemen durch dreidimensionale Darstellungen der Arbeitspersonen ergänzt werden.

Virtuelle Realität (VR) ist ein Sammelbegriff für neuartige Techniken, die eine möglichst realitätsnahe Wahrnehmung von und Interaktion mit dreidimensionalen, rechnergestützten Simulationen in Echtzeit gestatten. VR wird als der nächste bedeutende Schritt in der Entwicklung der Informationstechnik angesehen, der in seiner Bedeutung vergleichbar ist mit der Einführung der "Fenstertechnik" Mitte der 1980er Jahre.

Bereits jetzt zeichnen sich vielfältige Anwendungsgebiete ab, insbesondere in den Bereichen Datenvisualisierung (z.B. in der Produktentwicklung), Prozessvisualisierung (z.B. in Produktion und Logistik) und Training (z.B. in der beruflichen Ausbildung). Damit ist abzusehen, dass VR-Systeme zukünftig ein wichtiges und weit verbreitetes Arbeitsmittel sein werden.

Andererseits stellen diese Systeme aufgrund technischer Beschränkungen derzeit noch hohe Anforderungen an die physischen und psychischen Leistungsvoraussetzungen der Anwender, bis hin zu manifesten gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie dem Auftreten von Schwindelgefühlen und Übelkeit (Simulatorkrankheit).

Im Hinblick auf die Mission des IfADo, den Erhalt und die Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Menschen, ergibt sich daraus ein umfangreiches Spektrum von Fragestellungen zur ergonomischen Gestaltung von VR-Systemen, die vom Labor für Virtuelle Realität gemeinsam mit den einschlägigen Projektgruppen des Instituts aufgegriffen werden. Damit werden die spezifischen Stärken des IfADo für dieses innovative arbeitswissenschaftliche Untersuchungsfeld erschlossen.

Zweiter Schwerpunkt sind Beiträge zur Tele-Ergonomie, der Nutzung von modernen Formen der Telekommunikation zur Vermittlung und zum Austausch arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden. Die vom Gesetzgeber in § 5 des Arbeitsschutzgesetzes geforderte "Beurteilung von Arbeitsbedingungen" stößt in der Praxis insofern auf Schwierigkeiten, als dort oftmals nicht die erforderlichen fachlichen und methodischen Grundlagen zur Erfüllung der entsprechenden Forderungen vorhanden sind. Deshalb liegt es nahe, systemergonomisch begründete Erkenntnisse und Methoden mit Hilfe von Informationstechnologien zur Verfügung zu stellen, wozu sich bereits vorhandene Infrastrukturen wie das Internet anbieten.

Entsprechend werden in diesem Schwerpunkt Fragestellungen der Gestaltung von internetbasierten Telelearning- und Telekooperations-Systemen bearbeitet. Insbesondere wird geprüft, ob Darstellungstechniken der Virtuellen Realität geeignet sind, Fallbeispiele aus dem Bereich der ergonomischen Gestaltung von Arbeitssystemen anschaulich zu vermitteln. Schließlich sind in diesem Schwerpunkt auch Aktivitäten angesiedelt, die Umsetzungscharakter haben, etwa die Entwicklung prototypischer Lösungen, die in praxisorientierter Form auf diesem Webserver allgemein zugänglich gemacht werden.

Erstellt 2000 von Dietmar Gude
Zuletzt bearbeitet 15.02.2006 von Dietmar Gude
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