| Fahrzeugkonzepte |
Da Belastungs- und Beanspruchungsanalysen allgemein die Beschreibung der zu untersuchenden Arbeitssysteme voraussetzen (Laurig und Rohmert 1993), sind nachfolgend zunächst die drei Fahrzeugkonzepte Hecklader, Seitenlader sowie Front-Seitenlader vorzustellen, wobei insbesondere die Gestaltungsaspekte interessieren, die für die Tätigkeit der Fahrer Relevanz haben. Dabei ist zunächst sowohl die Anordnung als auch Funktionsweise des Behälterentleerungsmechanismus zu beschreiben, da diese die Konzeption des Fahrerarbeitsplatzes beeinflussen.
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| Hecklader |
Konventionelle Hecklader verfügen in der Regel über ein oder zwei an der Rückseite des Fahrzeugs angebrachte Hubkippvorrichtungen, die der Fahrer - häufig an Standorten mit erhöhtem Behälteraufkommen - ebenfalls bestückt, was grundsätzlich ein Verlassen der Fahrerkabine notwendig macht. Manuelle Hubkippvorrichtungen verlangen dabei, nachdem der Behälter zum Fahrzeug transportiert und dort in eine entsprechende Aufnahme eingehängt wurde, die Betätigung eines Stellteils. Im Gegensatz dazu wird bei vollständig automatisierten Hubkippvorrichtungen das Gefäß selbsttätig entleert.
Die Fahrerarbeitsplätze von Heckladern entsprechen grundsätzlich denen herkömmlicher, linksgesteuerter und mit Schalt- oder Automatikgetriebe ausgestatteter Nutzfahrzeuge. Dabei kommen vorwiegend Nahverkehrsfahrerhäuser zum Einsatz, die sich durch eine relativ kurze und schmale Fahrerkabine auszeichnen. Die Abfallsammelfahrzeughersteller komplettieren dann diese Serienfahrzeuge, wobei die Fahrerarbeitsplätze unter anderem durch die für die Steuerung und Überwachung des Abfallverdichters erforderlichen Anzeigen und Stellteile sowie eventuell einen Monitor zur Überwachung des hinteren Fahrzeugbereichs ergänzt werden.
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| Seitenlader |
Der bei Seitenlader-Abfallsammelfahrzeugen die Behälterentleerung übernehmende Auslegerarm befindet sich direkt hinter der Fahrerkabine auf der rechten Seite des Fahrzeugs, auf der die Gefäße auch fixiert, an das Fahrzeug herangeführt und dann seitlich in den hinter dem Führerhaus angeordneten Schüttraum entleert werden.
Die Automatisierung des Auslegerarms ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Gegensatz zu den manuellen Systemen, bei denen der Fahrer alle Aktionen des Greifarms über einen Joystick steuert, zeichnen sich die halbautomatischen Systeme dadurch aus, dass lediglich das Ausfahren des Auslegers sowie die Behälteraufnahme manuell, alle weiteren Manipulationen hingegen - bis hin zum Abstellen des leeren Behälters und Einfahren des Greifarms - automatisch erfolgen. Darüber hinaus sind auch vollständig automatisierte Systeme in der Entwicklung, die vom Fahrer während der Behälterentleerung nur noch Überwachungstätigkeiten verlangen (Der Spiegel 1998).
Seitenlader basieren, bedingt durch die Position des Auslegerarms, auf rechtsgesteuerten, fast ausschließlich mit Automatikgetriebe ausgerüsteten, Serienfahrzeugen, die - wie auch Hecklader - über Nahverkehrsfahrerhäuser verfügen. Über die in Heckladern vorhandenen Betätigungs- und Überwachungseinrichtungen hinausgehend, sind in Seitenladern zusätzlich die für die Steuerung des Auslegerarms notwendigen Anzeigen und Stellteile installiert.
Der Joystick zur Betätigung des Auslegerarmes ist zusammen mit einem Betätigungspult, das weitere Funktionen zur Steuerung des Auslegerarms sowie den Not-Aus-Schalter enthält, auf der linken Seite des Fahrersitzes angeordnet. Der hier zur Überwachung der für den Fahrer schlecht einsehbaren Fahrzeugbereiche grundsätzlich vorhandene Bildschirm befindet sich in der Regel in der Mitte des Armaturenbretts und gibt häufig drei verschiedene Kamerabilder wieder, nämlich den Bereich hinter dem Fahrzeug für Rückwärtsfahrten, den Straßenverkehr vorne links zum Einfädeln in den fließenden Verkehr sowie den Schüttraum zur Kontrolle der entleerten Behälter. Das Umschalten der Perspektiven geschieht automatisch und ist an die Betätigung bestimmter Stellteile gekoppelt. Zur Sicherung des Auslegerarms gegen unbeabsichtigte Manipulationen muss der Fahrer während der Steuerung des Auslegerarms entweder einen Fußschalter, der sich in der Regel im Fußraum links neben Gas- und Bremspedal befindet, oder aber einen in den Joystick integrierten Schalter permanent gedrückt halten.
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| Front-Seitenlader |
Der bei Front-Seitenladern dagegen vor der Fahrerkabine positionierte Auslegerarm kann zur rechten Seite ausgeschwenkt werden und erlaubt die gleichzeitige Aufnahme von maximal zwei Abfallsammelbehältern. Die Entleerung erfolgt dabei "über Kopf" in den hinter dem Fahrerhaus gelegenen Schüttraum, wobei der jeweilige Automatisierungsgrad der Auslegerarmsteuerung zwischen verschiedenen Fahrzeugmodellen variiert.
Front-Seitenlader-Abfallsammelfahrzeuge bauen ebenfalls auf Serienfahrgestellen, häufig mit tiefergelegtem Nahverkehrsfahrerhaus (low entry), auf. Zur Grundausstattung gehört auch hier ein Automatikgetriebe. Die zur Abfallsammelbehälterentleerung erforderlichen Anzeigen und Stellteile entsprechen prinzipiell denen der Seitenlader. Der Fahrerarbeitsplatz befindet sich jedoch auf der linken Seite der Kabine, so dass der Joystick, das Betätigungspult sowie der Monitor rechts vom Fahrer eingebaut sind.
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