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Um die Vorgehensweise bei der Entwicklung eines PPM-Systems zu verdeutlichen, wird ein reales Beispiel aus einem Malerbetrieb vorgestellt und die einzelnen Schritte erläutert. |
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| Schritt 1: Identifikation der Aufgabenbereiche |
Im ersten Schritt sollen die wesentlichen Aufgaben einer Arbeitsgruppe von den Mitarbeitern selbst festgelegt werden. Dies wird von einem Entwicklungsteam unter Leitung eines Moderators geleistet. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe im Malerbetrieb haben sich auf folgende Aufgabenbereiche geeinigt:
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| Schritt 2: Entwicklung von Indikatoren |
Zu dem festgelegten Aufgabenbereich sollen nun Indikatoren entwickelt werden. Hierzu muß vom Team geklärt werden, anhand welcher Meßgröße man am besten verdeutlichen kann, daß diese Aufgabe gut erfüllt wird. Mit anderen Worten; es gilt Maße zu finden, mit denen die Gruppe erkennen kann, ob ihre Aufgaben gut erledigt wurden. Diese Maße werden gemeinsam von der Arbeitsgruppe festgelegt. Im Malerbetrieb wurden folgende Indikatoren festgelegt:
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| Schritt 3: Erstellen von Bewertungsfunktionen |
Sobald in der Arbeitsgruppe (zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten) Übereinstimmung über die Aufgabenbereiche und ihre Indikatoren erzielt ist, werden im dritten Entwicklungsschritt die Bewertungsfunktionen erstellt. In einem ersten Schritt legt die Arbeitsgruppe die Bereiche fest, in denen sie die Indikatoren erwartet, d.h. es wird eine Bandbreite bestimmt, in der sich die Indikatorwerte bewegen sollten. Oft liegen hierzu bereits Erfahrungswerte aus der Vergangenheit vor, die verwendet werden können. Dazu wird der Wert bestimmt, den die Gruppe in ihrer täglichen Arbeit durchschnittlich erreicht. Dieser Wert lag beim ersten Indikator der Malergruppe bei 70%. Das heißt, daß nach Einschätzung der Gruppe im Schnitt 70% der Aufträge termingerecht erledigt werden. Dieser Wert heißt daher auch Erwartungswert. Anschließend werden noch der bestmögliche Wert (Maximum) und der schlechtestmögliche Wert (Minimum) bestimmt. In der Malergruppe lagen sie bei 50% als Minimum und 90% als Maximum.
Die Tabelle zeigt die Werte, die die Arbeitsgruppe im Malerbetrieb für ihre Indikatoren festgelegt hatte. Zusammen mit der Gewichtung ist es jetzt möglich diese Werte zur einfacheren Kontrolle auch graphisch darzustellen. Dazu werden sogenannte Bewertungsfunktionen benutzt, die nichts anderes sind als eine Übertragung der festgelegten Werte in eine Kurve. In einem nächsten Schritt werden die einzelnen Indikatoren entsprechend ihrer Bedeutung für die Gruppe in eine Reihenfolge gebracht. Der wichtigste Indikator erhält dann einen Punktwert von +100 und wird automatisch zur Bezugsgröße für alle anderen Indikatoren. So erhält z.B. ein Indikator der fast genauso wichtig ist einen Punktwert von +80, während ein anderer, nicht so wichtiger Indikator nur einen Wert von +30 erhält. Diese Gewichtung mit Punkten ist sehr wichtig, denn sie ermöglicht es, daß auch Aufgaben mit unterschiedlichen Aus-wirkungen auf die Produktivität der Arbeitsgruppe betrachtet werden können und nicht etwa "Äpfel mit Birnen" verglichen werden.
Beispiel für eine Bewertungsfunktion. Die Effektivität (an der senkrechten Skala) reicht dabei von - 100 bis +100 und der prozentuale Anteil termingerecht erledigter Aufträge (auf der waagerechten Skala) von 0 bis 100% . Auf diesen beiden Skalen werden dann das Maximum, das Minimum und der Erwartungswert eingetragen und durch eine Linie verbunden. In der Bewertungsfunktion oben sind alle diese Werte des ersten Indikators der Malergruppe eingetragen und man kann auf der Kurve sehen, daß eine Leistung von 80% termingerecht erledigten Aufträgen 25 Effektivitätspunkte ergibt. |
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| Schritt 4: Entwicklung der Feedbackberichte |
Um einen Feedbackbericht zu erstellen, werden die erreichten Effektivitätswerte aller Indikatoren zusammengezählt; sie sind aus der Bewertungsfunktion ablesbar. Auf diese Art und Weise ergibt sich ein Gesamteffektivitätsindex. Dieser gibt an, wie gut den Erwartungen einer Arbeitsgruppe in einem bestimmten Zeitraum entsprochen wurde. Ein Gesamteffektivitätswert von 0 würde also bedeuten, daß die Erwartungen der Arbeitsgruppe in etwa erfüllt werden konnten. Je positiver [negativer] der Wert ausfällt, desto deutlicher wurden die Erwartungen übertroffen [nicht erfüllt]. Beispiel für den Feedbackbericht für den Monat April.
Diese Rückmeldeberichte werden dann regelmäßig (z.B. monatlich) von der Arbeitsgruppe erstellt und diskutiert. Dabei können dann Veränderungen vorgeschlagen werden oder der Erfolg bzw. Mißerfolg von vorherigen Maßnahmen überprüft werden. |
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| Weiteres Beispiel |
Ein Fallbeispiel zur Einführung von PPM in einem mittelständischen Unternehmen der Elektroindustrie finden Sie in: Reich, S. & Gude, D. (2000). Information und Koordination teilautonomer Organisationseinheiten – ein Praxisleitfaden für KMU. Ergebnisbericht zum Arbeitspaket 1.1 B des Projekts "Innovative und menschengerechte Organisationsgestaltung in kleinen und mittleren Unternehmen", Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund. |
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| Vorteile von PPM |
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| Veränderungen durch PPM |
Eine der grundlegenden Eigenschaften des PPM-Ansatzes ist die Möglichkeit, die Methode für eine breite Palette von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen zu adaptieren. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Abschnitt Anwendungsfelder. |
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