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Seitenbevorzugung - Profile

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Bei den meisten Menschen ist die linke Hirnhälfte, die mit der rechten Körperseite verbunden ist, stärker ausgeprägt. Deshalb sind die meisten Menschen rechtsseitig, d.h. sie bevorzugen das rechte Auge, das rechte Ohr, die rechte Hand und den rechten Fuß.

rechtsseitig lateralisiert
44.3%
(alle vier Merkmale sind rechts lateralisiert)
überwiegend rechtsseitig lateralisiert
16.3%
(drei Merkmale sind rechts, eins ist nicht lateralisiert), z.B.

Nur bei wenigen Menschen ist die rechte Hirnhälfte stärker ausgeprägt. Bei solchen Personen, allerdings auch bei einigen deren Hirnhälfte sich in besonderen neurologischen Tests als linksdominant erwies (siehe 'Hirnphysiologische Implikationen'), tritt Linksseitigkeit auf, d.h. sie bevorzugen das linke Auge, das linke Ohr, die linke Hand und den linken Fuß.

linksseitig lateralisiert
2.2%
(alle vier Merkmale links lateralisiert)
überwiegend linksseitig lateralisiert
1.3%
(drei Merkmale sind links, eins ist nicht lateralisiert), z.B.

Bei den meisten Menschen ist die linke Hirnhälfte stärker ausgeprägt. Überwiegt jedoch keine Gehirnhälfte eindeutig, sondern nur in Teilbereichen, resultiert eine gekreuzte (inkongruente) Seitenbevorzugung, d.h. man bevorzugt z. B. das linke Auge, das rechte Ohr, die rechte Hand und den linken Fuß.

gekreuzt lateralisiert
23.6%
(ein bis drei Merkmale sind rechts, das / die anderen sind links lateralisiert), z.B.
überwiegend gekreuzt lateralisiert
7.4%
(ein Merkmal ist nicht, ein bis zwei sind rechts, das / die anderen sind links lateralisiert), z.B.

Bei den meisten Menschen ist die linke Hirnhälfte stärker ausgeprägt. Sind beide Gehirnhälften gleich stark ausgeprägt, hat man keine besondere Seitenbevorzugung, sondern ist beidseitig, d.h. man benutzt mal das rechte, mal das linke Auge, mal die linke, mal die rechte Hand usw. ...

beidseitig lateralisiert
0.1%
(alle vier Merkmale sind nicht lateralisiert)
überwiegend beidseitig lateralisiert
0.6%
(drei Merkmale sind nicht, das andere ist links oder rechts lateralisiert), z.B.

Diese Lateralitätsprofile sind nach heutigen neurowissenschaftlichen Kenntnissen noch nicht erklärbar.

nicht zuzuordnen
4.2%
(zwei Merkmale sind nicht, zwei sind lateralisiert), z.B.

Die linke Hirnhälfte steuert die rechte Hand, die rechte die linke Hand. Für das Überwiegen von Rechtshändigkeit gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass die linke Hirnhälfte bei den meisten Menschen dominant ist. Allerdings ist der Linkshänder hirnphysiologisch gesehen kein reines "Spiegelbild" des Rechtshänders. Vielmehr sind lediglich 30% rechtshirndominant; bei dem überwiegenden Anteil erweist sich trotzdem die linke Hirnhälfte als dominant. Hieraus erkennt man schon die Komplexität von hirnphysiologischen Grundlagen und Ausprägung der Seitenbevorzugung der Hand. Es lässt sich leicht erkennen, dass es keine einfache neurophysiologische / neuroanatomische Erklärung geben kann, warum ein Lateralitätsprofil für Auge, Ohr, Hand und Fuß gerade seine individuelle Ausprägung bekommt. Denn von einseitigen Hirndominanzen kann man keinesfalls die Mischtypen (überwiegend links / rechts, inkongruent) ableiten. Andere, bisher noch nicht systematisch erforschte, Zusammenhänge gilt es zukünftig (z.B. mit modernen bildgebenden Verfahren für Hirnfunktionen) aufzudecken.

Wünschen Sie eine genauere Aufschlüsselung der Seitigkeitsprofile? Dann gehen Sie weiter zur nächsten Übersicht, in der Sie die Häufigkeit von jedem möglichen Lateralitätsprofil ablesen können. Dort finden Sie auch Kontaktadressen.

Erstellt 2000 von Walter Ehrenstein & Birgit Arnold-Schulz-Gahmen
Zuletzt bearbeitet 15.02.2006 von Dietmar Gude
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