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| Hintergrund |
Mit Inkrafttreten des Arbeitsschutzgesetzes wird von den Betrieben eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen in allen Tätigkeitsbereichen verlangt, wobei Bildschirmarbeitsplätze den größten Anteil haben. Deshalb entschieden wir uns, eine Anwendung zu entwickeln, mit der sich Studierende der Arbeitswissenschaft und betriebliche Arbeitsschutzfachkräfte mit der Beurteilung der Arbeitsbedingungen in diesem Bereich vertraut machen können. Um den Transfer der erworbenen Kenntnisse sicherzustellen, sollte in einem entsprechenden Lernprogramm der reale Ablauf einer solchen Beurteilung so weitgehend wie möglich nachgebildet werden. Um eine breite Nutzung zu ermöglichen, wurde das Lernprogramm als Anwendung für das World Wide Web (WWW) realisiert, als sogenanntes Web-based Training (WBT), und war auf handelsüblichen Computern mit Standard-Software lauffähig. |
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| Web-based Training zur Beurteilung von Bildschirmarbeitsplätzen |
Kern der Anwendung war ein dreidimensionales Szenario eines Bildschirmarbeitsplatzes, der als VRML-Modell realisiert war. Das Modell enthielt interaktive Elemente, die entsprechende Elemente realer Büros nachbildeten. So konnten die Tür, der Schrank und die Schubladen geöffnet, die Lichtschutzvorrichtungen eingestellt und die Beleuchtung ein- und ausgeschaltet werden.
Modell des Bildschirmarbeitsplatzes (links) mit zu bearbeitender Prüfliste (rechts). Um die Ladezeit des Szenarios akzeptabel zu halten, wurden einige Details in separaten Unterfenstern dargestellt (Modell-Unterfenster). Ein Beispiel sind Reflektionen auf dem Bildschirm, die in einem digitalen Foto präsentiert wurden. Der Zugriff auf die Modell-Unterfenster wurde durch die Integration von sogenannten Hotspots realisiert, bei denen der Cursor die Form einer zeigenden Hand annahm.
Für jede Frage wurden als Optionsfelder die Antwort-Alternativen "Ja" und "Nein" angeboten. Eine "Ja"-Antwort besagte dabei, dass das entsprechende Kriterium in dem Bildschirmarbeitsplatz als erfüllt angesehen wurde, mit einer "Nein"-Antwort signalisierte der Anwender, dass der entsprechende Gestaltungsaspekt als mangelhaft beurteilt wurde. Die in dem Szenario enthaltenen Gestaltungsdefizite stellten typische Probleme von Bildschirmarbeitsplätzen dar, beispielsweise verlief die Blickrichtung zum Bildschirm nicht parallel zum Fenster. Aufgrund der vorhandenen Defizite waren 20 der 38 Fragen in negativer Form zu beantworten. Nachdem die Prüfliste vollständig ausgefüllt worden war, betätigte der Anwender eine Schaltfläche, woraufhin die Rückmeldung dargestellt wurde. Diese Seite war weitgehend identisch mit der abgeschickten Prüfliste, mit dem Unterschied, dass die richtigen Antworten mit Hyperlinks versehen waren (die "Ja"- und "Nein"-Beschriftung der Optionsfelder). Wenn man einen dieser Hyperlinks anklickte, öffnete sich ein Rückmeldungs-Unterfenster mit einer Erläuterung, warum die markierte Alternative die richtige Antwort war. Darüber hinaus wurde am Ende der Seite die Beurteilungsleistung in einer Tabelle zusammengefasst, als Prozentsatz von Treffern und falschen Alarmen, zusammen mit einer Erklärung dieser Begriffe.
Modell des Bildschirmarbeitsplatzes (links) und Rückmeldung zur Beurteilungsleistung (rechts). |
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| Das Web-based Training als Online-Experiment |
Der Zugriff auf das WBT erforderte, dass sich die Anwender registrierten, wobei auch allgemeine persönliche Daten erfasst wurden, wie Alter, Geschlecht oder Vorerfahrungen auf dem Gebiet Ergonomie/Arbeitswissenschaft. Darüber hinaus wurden ihre Bearbeitungszeiten und Antworten auf die Fragen der Prüfliste in einer Datenbank abgelegt. Diese Daten wurden mit denen verglichen, die in einer Laborsituation erhoben wurden, in der Fachkräfte für Arbeitssicherheit einen äquivalenten realen Arbeitsplatz beurteilten. Mit dem Vergleich dieser beiden Gruppen konnte geprüft werden, inwieweit sich Virtuelle Realitäten als Übungsfeld der ergonomischen Arbeitsplatzanalyse eignen. Die Ergebnisse dieses Vergleichs werden im Bereich Evaluation skizziert. |
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| Modell-Zugriff |
Das WBT wurde zwischenzeitlich durch unsere ErgoScenes-Plattform ersetzt. Um sich ein Bild von der Anwendung zu machen, können Sie sich aber das VRML-Modell ansehen. Dafür benötigen Sie einen VRML-Viewer, zum Beispiel blaxxun Contact. |
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