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Bildschirmarbeitsplätze - Stehpulte

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Die steigende Zahl von Sitzarbeitsplätzen hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen von Rückenbeschwerden betroffen sind. Dies führt häufig zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und damit verbunden zu hohen betriebs- und volkswirtschaftlichen Kosten. Als Ursache für die Beschwerden im Bereich des Rückens kann Bewegungsmangel durch zu langes ruhiges Sitzen angesehen werden.

Zur Lösung dieses Problems wird die Veränderung der Arbeitsorganisation hin zu mehr Mischarbeit mit veränderten Bewegungsabläufen und auch die Umorganisation im Bereich der Arbeitsgestaltung von einem reinen Sitzarbeitsplatz zu einem Sitz-Steh-Arbeitsplatz diskutiert.

In einer Studie, die in Zusammenarbeit mit einem großen Unternehmen durchführt wurde, sollte der Frage nachgegangen werden, ob Stehpulte an Büroarbeitsplätzen genutzt werden. Dazu wurden Arbeitsplätze eines Verwaltungsbereichs mit zwei verschiedenen Stehpulten (siehe Abbildungen) ausgestattet und das Bewegungsverhalten der Beschäftigten über einen Zeitraum von 8 Monaten beobachtet. Zusätzlich bewerteten die beteiligten Personen die Stehpulte und ließen ihre subjektiven Erfahrungen in die Ergebnisse der Studie einfließen.

Stehpult am TischDie Beschäftigten nutzten die Stehpulte in vielfältiger Form und sahen ihre Einsatzmöglichkeiten als positiv an. Sie gaben an, Tätigkeiten wie das Lesen, das Schreiben und das Telefonieren an das Stehpult verlagert zu haben. Teilweise wurden Kurzbesprechungen am Stehpult durchgeführt. Als Vorteil der Verfügbarkeit eines Stehpultes sahen die Befragten in erster Linie den Belastungswechsel "Sitzen-Stehen" sowie das vergrößerte Platzangebot an.

Die subjektiven Urteile der Beschäftigten werden durch die Ergebnisse der Körperhaltungsbeobachtungen bestätigt. Obwohl bei den Beteiligten der Anteil des Stehens am Arbeitsplatz im Vergleich zu anderen Betrieben auch ohne Steharbeitsplätze schon recht hoch war (knapp 15%), wurde er nach Einführung eines Stehpultes verdoppelt (31%). Interessant ist, dass der Anteil des Stehens am Arbeitsplatz sowohl den Tag über konstant blieb als auch über den gesamten Untersuchungszeitraum von mehr als einem halben Jahr sich nicht wesentlich veränderte.

Stehpult separatDie korrekte Arbeitshöhe beim Stehen befindet sich etwa in Ellbogenhöhe des Nutzers (bei Aufgaben mit erhöhtem Kraftaufwand etwas darunter, bei hohem Sehaufwand etwas über Ellbogenhöhe). Da die Stehpulte in ihrer Höhe den Beschäftigten anpassbar waren, konnten sie bei Nutzung der Pulte aufrecht stehen. Auch der Kopf konnte in der Regel gerade gehalten werden. Um bei langem Stehen das "ins Hohlkreuz fallen" zu vermeiden, sollte die Gelegenheit bestehen, hin und wieder einen Fuß erhöht abzustellen. Die Studie zeigt, dass an Stehpulten, die diese Möglichkeit bieten, das Angebot dazu in fast der Hälfte der Fälle in Anspruch genommen wird.

Ebenso sollten Stehpulte sehr standsicher sein, da die Nutzer in circa 80% der Fälle mindestens einen Arm auf die Stehpultplatten legen, um so einen Teil ihres Körpergewichtes abzustützen.

Insgesamt hat die Studie gezeigt, dass Stehpulte zu einem veränderten Bewegungsablauf im Büro beitragen können. Allerdings müssen zur korrekten Nutzung die Stehpulte auf die individuellen Gegebenheiten, wie beispielsweise Körpergröße und Aufgabenbereich, anpassbar sein. Das gilt zum einen für die maßliche Gestaltung, wie beispielsweise die Höhe oder der Platzbedarf des Stehpultes, als auch für den Einsatzbereich, was eine unterschiedliche Ausstattung des Pultes für verschiedene Tätigkeiten bedingt. Die alleinige Einführung eines Stehpultes ohne organisatorische Änderungen, etwa der Reduzierung repetitiver Tätigkeiten hin zu mehr Mischarbeit, dürfte nur von begrenztem Wert sein.

Seidel-Fabian, B. (1997). Werden Steharbeitsplätze im Büro genutzt? In R. Albrecht (Hrsg.), Ergonomie am Arbeitsplatz (2. Aufl., S. 16). (Albrecht's Themenhefte zum Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz im Betrieb, Bd. 18). Negenborn: Verlag Rolf Albrecht.

Erstellt 1997 von Birgit Seidel-Fabian
Zuletzt bearbeitet 15.02.2006 von Dietmar Gude
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