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Bildschirmarbeitsplätze - Körperhaltung

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Bewegungsarmut und einseitige Belastung durch sitzende Tätigkeiten können zu Erkrankungen des Rückens führen. Deshalb interessierte uns die Frage, wie man die Gestaltung und Nutzung von ergonomischen Bürodrehstühlen optimieren kann. Zu diesem Zweck benötigt man natürlich Informationen zu den an Büroarbeitsplätzen eingenommenen Körperhaltungen. Diese kann man entweder durch Verhaltensbeobachtungen oder durch Selbsteinschätzungen erhalten. Wir sind der Frage nachgegangen, ob sich anhand von Selbsteinschätzungen verlässliche Aussagen über die Körperhaltung an Büroarbeitsplätzen gewinnen lassen.

Aus den Überlegungen zu dieser Frage haben wir verschiedene Erwartungen abgeleitet. Zum einen sind wir davon ausgegangen, dass Personen Fehleinschätzungen abgeben, die Selbstwahrnehmung sich aber über den Zeitraum der Untersuchung verbessern würde. Zusätzlich wurde überprüft, ob die Wahrnehmung der Körperhaltung durch das Vorhandensein von Rückenschmerzen beeinflusst werden könnte.

Um eine Vergleichbarkeit zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung zu gewährleisten, wurde in Anlehnung an den Bogen der Multimomentaufnahme (REFA) ein Fragebogen zur Einschätzung der Körperhaltung entwickelt. Diese Daten wurden bei 30 Personen über eine Dauer von 10 Wochen erhoben. Zusätzlich wurden biographische Daten erfasst, anhand derer die Untersuchungsteilnehmer in die Gruppe der Personen mit bzw. ohne Rückenschmerzen eingeteilt wurden.

Mit Hilfe von Selbstwahrnehmung lassen sich Einschätzungen gewinnen, die den beobachteten Werten nahe kommen. Ein Lerneffekt bei der Selbsteinschätzung kann bestätigt werden, allerdings nur für den Beginn der Untersuchung. Ein Sensibilisierungseffekt ist nachweisbar, dieser ist jedoch nicht auf die Dimensionen der Körperhaltung beschränkt, sondern findet sich auch für Aufgabenvariablen.

In nachfolgenden Untersuchungen sollte der augenscheinlich unspezifische Sensibilisierungseffekt von Rückenschmerzen eingehender untersucht werden. Möglicherweise ist unser Ergebnis darauf zurückzuführen, dass in dem Untersuchungsfeld eine Korrelation zwischen Aufgaben- und Körperhaltungsvariablen bestand, die es erlaubte, von dem einen auf den anderen Aspekt zu schließen. Deshalb sollte der Sensibilisierungseffekt in einem Feld ohne eine solche Korrelation auf die Körperhaltungsdimensionen beschränkt sein.

Schwarz, S. (1998). Untersuchung zur subjektiven Einschätzung der Körperhaltung an Büroarbeitsplätzen. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum.

Erstellt 1998 von Sylvia Schwarz
Zuletzt bearbeitet 15.02.2006 von Dietmar Gude
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